Antifa Cafe vorübergehend eingestellt

Aufgrund Terminüberschneidungen findet bis auf weiteres kein Antifa Cafe mehr statt.

Es wird jedoch weiterhin regelmässige Antifa-Plena geben.
Bei Interesse meldet euch unter „blackandred[ät]gmx.net“.

Neuer Antifa Xiberg Flyer

Antifa Xiberg Flyer Vorderseite

Antifa Xiberg Flyer Rückseite

Presseaussendung der Antifa Xi-Berg zum Naziaufmarsch am 06.02.2010 in Lauterach

In den letzten Monaten war der Tod eines jungen Neonazis im Februar letzten Jahres immer wieder Thema. Die Tat selbst hatte wohl nichts mit der rechtsextremen Gesinnung des Getöteten bzw. seiner Freunde zu tun, dennoch nutzt die rechtsextreme Szene Vorarlbergs sie, um ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen.
Deshalb finden wir es als Antifa Xi-Berg (Vorarlberg) wichtig, die Hintergründe und die Gefahr, die von dieser Gruppierung ausgeht, zu erläutern.

Schon in der Vergangenheit hat es in Vorarlberg immer wieder Versuche der Neonaziszene gegeben, Todesfälle von Rechtsextremen dazu zu nutzen, Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Vor einigen Jahren kam es wiederholt zu sogenannten Trauermärschen für den Bregenzer Naziskin „Franky“, welcher sich nach einem Fußballmatch in einer Gefängniszelle erhängte. Und auch nach dem Tod einer 23-jährigen Münchnerin im Jahr 2004, die bei einem Neonazikonzert in Krumbach bei einem Unfall verstarb, gab es Versuche der Rechtsextremen, einen Trauermarsch durchzuführen.
Seit 2002 wurden jedoch sämtliche Aufmarschversuche von der Polizei im Keim erstickt.

Im vergangenen Jahr wurde von der Vorarlberger Sicherheitsdirektion erstmalig wieder ein sogenannter Gedenkmarsch akzeptiert. Nach der Beerdigung des 20-jährigen Naziskinheads marschierten ca. 100 Neonazis ungestört, nur durch 2 Polizeistreifen begleitet, von Wolfurt nach Lauterach.
Und auch in diesem Jahr wird in einschlägigen Internetforen wieder zu einem Trauermarsch am 6. Februar in Lauterach aufgerufen.

Dass es sich dabei um organisierte Neonazis handelt, war schon kurze Zeit nach der tödlichen Messerstecherei ersichtlich. Unter anderem tauchten am Tatort Plakate mit eindeutig rechtsextremen Aussagen auf, die mit B&H (Blood and Honour) unterzeichnet waren.
Blood and Honour ist ein internationales Netzwerk, das nationalsozialistische und faschistische Propaganda verbreitet. In Deutschland ist B&H schon seit dem Jahr 2000 verboten.

Auch bei der Beerdigung und dem anschließenden „Trauermarsch“ marschierten Neonazis aus dem gesamten Bodenseeraum auf.
Dass diese Veranstaltungen nicht von einfachen Neonazis besucht wurden, sondern von den Mitgliedern und der führenden Ebene der Blood and Honour-Organisation der Region, war unter anderem daran ersichtlich, dass auf den bisherigen Veranstaltungen jedesmal eine sehr große Anzahl an Symbolen von Blood and Honour beobachtet werden konnte, sowie an den Gedenkplakaten und Kränzen, die mit „Blood and Honour“ signiert waren.

Dass dabei die Trauer für einen getöteten Kameraden nur ein Vorwand ist, wird spätestens beim Aufruf zum „Gedenkmarsch“ am 06.02.2010 ersichtlich, denn dieser richtet sich explizit nicht an FreundInnen, Verwandte oder Familienmitglieder des Getöteten, sondern an „Organisationen und Sympathisanten“ der extremen Rechten.
Das Umfeld der Szene soll also auf eine Veranstaltung gelockt werden, bei der es eigentlich um Propaganda, Vernetzung und die Anwerbung von jungen Leuten für die faschistische Bewegung geht.
Wenn solche Aufmärsche weiterhin geduldet oder akzeptiert werden, könnte sich das zu einem Fixpunkt im Kalender der rechtsextremen Szene entwickeln.

Fakt ist, dass – trotz permanenter Leugnung der Sicherheitsdirektion – Vorarlberg eine Hochburg der rechten Szene in Österreich ist.
So wurde zum Beispiel ein von B&H als Motorradklub getarnter Verein mit Wissen der Exekutive jahrelang akzeptiert und konnte sich zum Anlaufpunkt für alte und junge radikale Rechte entwickeln.

Welche Auswirkungen das permanente Verharmlosen und Ignorieren der rechten Szene von Seiten der Sicherheitsdirektion und der Politik hat, ist an den in den vergangenen Monaten beinahe wöchentlich stattfindenden Übergriffen von Neonazis auf MigrantInnen, AntifaschistInnen und alternativ aussehende Menschen zu erkennen.

Dass solche Entwicklungen in einem Land mit einer Geschichte, wie Österreich und damit Vorarlberg sie hat, konsequent ignoriert werden, können und wollen wir nicht akzeptieren.

Antifa Xi-Berg

Weitere Informationen zu Blood & Honour Vorarlberg gibts unter: http://www.anarchismus.at/txt3/bloodandhonour.htm

Anarchistischer Block bei Anti-Schubhaft Demo

Am 26.1. fand in Bludenz eine Demonstration mit dem Motto “Schubhaft sichtbar machen – Bleiberecht für alle!” statt. Es beteiligten sich laut großzügiger Wann & Wo – Schätzung etwa 100 Personen. Es gab zusätzlich noch einen “Anarchx Block”, der sich vom Anfang an lautstark an die Spitze der Demo begab und diese zu einem großen Teil prägte! Mit lautstarken Parolen gegen Staat(srepression) und Ausgrenzung zog der Demozug vom Bahnhof zum Abschiebeknast in der Bludenzer Innenstadt! Dort gab es je einen Redebeitrag von Asyl in Not und der Landtagsabgeordneten Karin Fritz von den Grünen, die zu mehr Demokratie und Menschlichkeit (was auch immer, das in ihren Augen heißen mag!?) aufriefen! Spontan gab es noch eine Rede in der die Festung Europa angeprangert wurde und sich vor allem gegen die Einteilung in gute und böse bzw. kapitalistisch verwertbare und nicht verwertbare AusländerInnen ausgesprochen wurde!
An dieser Stelle, wurde die Demo offiziell Aufgelöst. Anschließend bildete sich noch ein spontaner Demozug, der zum Jugendzentrum Villa K lief! Die Spontandemo erinnerte in einem Redebeitrag noch an den am 19. Jänner von Nazis, in Tschechien ermordeten Antifaschisten Jan Kucera.
Abschließend gab es im Jugendzentrum noch eine Diskussionsveranstaltung.

Als Resumee bleibt zu sagen, dass es sehr schade ist, wenn erst eine Woche vor der Demo halbherzig angefangen wird zu mobilisieren, ansonsten hätte Vorarlberg derzeit sicher das Potenzial für ein noch krafvolleres und größeres Zeichen gegen die ganze Scheiße! Es hat teilweise wie eine “Quoten-Demo” der SJ (parteijugendbashing olè) gewirkt – frei nach dem Motto: mehr Demos – mehr Presse – mehr Selbstdarstellung.

Ansonsten: schön zu sehen, dass sich in Vorarlberg wieder mehr tut und es auch vermehrt menschen gibt, die es nicht einsehen warum angesichts dieses ganzen Drecks, der sich hier und überall abspielt die Schnauze gehalten werden soll und deshalb (spontan) auf die Straße gehen!

Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren

Auch wenn es in letzter Zeit – vergleichsweise – eher Ruhig war, Übergriffe von Neonazis sind auch in Vorarlberg alles andere als eine Seltenheit. Die Brutalität der Übergriffe erschreckt jedes mal wieder. Wir erinnern uns an den Übergriff, bei welchem zwei vorarlberger Neonazis einen 19-jährigen in Lindau letztes Jahr halb tot prügelten – und dabei bewusst seinen Tod in kauf genommen hatten („Sie traten auf seinen Kopf ein, als wäre es ein Fußball“) – oder an die Angriffe auf antifaschistische Demonstrationen/Konzerte. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die meisten Übergriffe kommen erst gar nicht an die Öffentlichkeit.

Treffen kann diese Brutalität jede/jeden der/die nicht in ihr rechtsextremes Bild passen, und das trifft auf so ziemlich einige – v.a. junge/alternative/linke bzw. Menschen mit Migrationshintergrund – zu.

Solidarität ist eine Waffe. Lasst die Opfer solcher Übergriffe nicht alleine bzw. verhindert nach Möglichkeit, dass diese überhaupt Opfer solcher Attacken werden. Organisiert euch, tauscht euch mit euren Kolleginnen/Kollegen aus und macht zur Not auch von euerm Recht auf Selbstverteidigung gebrauch. Klärt eure Mitmenschen auf – über Neonazis in der Nachbarschaft, Übergriffe oder Plätze die bei Nacht besser nur in Gruppen besucht werden.

Falls ihr selbst Opfer eines Übergriffs wurdet oder eine Auseinandersetzung für euch gerichtliche Konsequenzen nach sich zieht meldet euch unter blackandred@gmx.net Wir lassen euch nicht allein!

SCHAUT NICHT WEG!

BILDET BANDEN – HAUT SIE PLATT!

Antifaschistischen Selbstschutz organisieren

Redebeitrag zur AntiRa-Demo

Täglich sterben asylsuchende Menschen. Sie sterben an den EU-Außengrenzen oder in europäischen Abschiebeknästen. Der Fall Arigona hat diesem ganze Elend ein Gesicht gegeben. Doch nicht nur ihre Familie leidet unter den rassistischen Asylgesetzten. Für viele ist der Traum von einem besseren oder wenigstens lebenswerten Leben in Europa schon vor den Grenzen beendet. Von der Eu werden schon außerhalb ihrer Grenzen Auffanglager errichtet um Flüchtlingstörme schon von anfang an im Keim zu ersticken. Diejenigen die unter unvorstellbaren Strapatzen dennoch die Zäune der EU-Außengrenze erreichen, zerschneiden sich ihre Hände am Nato-Stacheldraht, werden geschlagen oder erschossen oder nach Überwindung der Zäune ohne Pässe oder Nahrungsmittel in der Wüste ausgesetzt.
Wer versucht Europa über den Seeweg zu erreichen verdurstet, ertrinkt oder landet in den Auffanglagern um sofort wieder abgeschoben zu werden.

ohne Bleiberecht keine Arbeitsbweilligung – ohne Arbeitsbewilligung kein Bleiberecht

Doch mit erreichen der vermeintlichen Sicherheit europas fängt für viele der Alptraum erst an. Wer es schafft einen der wenigen vom Staat anerkannten Asygründe vorzuweisen wird durch endlose Asylverfahren zermürbt. Der rest landet in den staatlichen Abschiebeknästen wo sie unter unmenschlichen Bedingungen und Folter auf ihre Ausschaffung warten. Jüngstes Beispiel für die brutalen Folterpraktiken des österreichischen Staates ist der Fall Bakary J. Er wurde nach verhinderter Abschiebung von Polizisten in eine leerstehende Lagerhalle gebracht wo er schwer misshandelt wurde. Der Fall wurde in den Medien ausführlich behandelt und es wurden schwere Sanktionen gegen die beteiligten Beamten angekündigt. Die Realität schaut anderst aus. Die vier Beamten sind mittlerweile wieder im Dienst und ihre Geldstrafen wurde herabgesetzt.

Wir stellen uns gegen die Einteilung in gute und schlechte, integrierte und nicht integrierte, in kapitalistisch verwertbare und nicht verwertbare Migrant_innen. Menschen sind nicht kategorisierbar. Es kann nicht sein dass Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten angeprangert werden und nur weil in Österreich Asylwerber_innen nicht deutsch sprechen, wird Folter oder einfach nur das Einsperren von Menschen (wohlgemerkt ohne ein Verbrechen begangen zu haben) geduldet.

Rassismus hat viele Gesichter. Abschiebung ist eins davon. Für viele bedeutet es die Rückkehr in ein schlechteres Leben, für viele Folter, für viele Mord. Wir haben die Schnauze voll von Alltagsrassismus. Wir haben die Schnauze voll von rassistischen Asygesetzen. Für uns spielt es keine Rolle ob gut integriert oder nicht. Für uns spielt es keine Rolle ob straffällig oder nicht. Wir kämpfen für eine Welt ohne Grenzen und für ein Leben in Liebe und Solidarität. Wir wollen keine kürzeren Asylverfahren – wir wollen sofortiges Bleiberecht für ALLE!!!

Demobericht